Die Stadtwerke Emden automatisieren zahlreiche Prozesse –
MapEdit ist voll dabei
Prozesse bei Energieversorgern unterliegen
klaren, nachvollziehbaren Regeln. Sie bieten
sich daher für die Digitalisierung an. Wichtig
ist, die vorhandenen Daten bestmöglich zu
nutzen und deren Qualität – am besten ebenfalls automatisiert – kontinuierlich zu verbessern. Die Stadtwerke Emden GmbH ist auf
diesem Weg sehr weit. Rund 50 Automatisierungsanforderungen aus den Fachabteilungen
wurden umgesetzt, etliche Prozesse laufen
heute weitgehend automatisch ab.
MuM MapEdit ist ein wesentlicher
Teil vieler Lösungen.
Grün ist seit vielen Jahren Farbe und Ziel der Hafenstadt Emden. Die
Stadtwerke gehörten zu den GIS-Pionieren und arbeiten seit mehreren
Jahrzehnten daran, so viele Informationen wie möglich digital vorzuhalten,
Redundanzen zu vermeiden und nötige Datenübertragungen zu automatisieren. Als geografisches Informationssystem ist MuM MapEdit im
Einsatz – zum einfachen Erfassen und Fortführen der Daten sowohl in
den Büros als auch vor Ort, aber auch zum Auswerten und Darstellen
der Informationen in Form von Karten, Listen, Grafiken usw.
Beispiel Glasfaseranschluss
In der Rolle als Datendrehscheibe beim Thema Glasfaser muss MapEdit
auf Daten aus etlichen anderen Applikationen zugreifen, ohne Informationen doppelt abzuspeichern – Redundanz ist schließlich Fehlerquelle
Nummer eins. Die Prozessautomatisierung beschleunigt Abläufe und
vermeidet Fehler, wie der Bestellvorgang für einen Glasfaseranschluss
zeigt. Um einen Haushalt oder ein Unternehmen an das Glasfasernetz
anzuschließen, müssen zahlreiche Informationen an den unterschiedlichsten Stellen bereitgestellt werden, damit sowohl die Installation erledigt
wird und spätere laufende Kosten ohne manuelle Eingriffe berechnet
werden können.
Ausgangspunkt GIS
Ist an einer Adresse X in Emden überhaupt Glasfaser verfügbar?
Diese Informationen müssen zuerst vorhanden sein. Die Gebäudeinformationen – aus ALKIS übernommen oder manuell eingetragen
– müssen im ersten Schritt erweitert werden: Gibt es eine Haupttrasse, ist dort das Kabel verlegt, ist das Gebäude bereit für den
Anschluss? Die technische Information wird ergänzt durch den sog.
Vertriebsstatus, aus dem das System den Preis berechnet.
Der Kunde ist „Keptn“
Einwohnerinnen, Einwohner und Gewerbetreibende nutzen die Webseite www.Keptn.net, um mit den Stadtwerken zu kommunizieren.
Wer anfragt, ob an der eigenen Adresse bereits das schnelle Internet zur Verfügung steht, erhält die Antwort selbstverständlich aus
dem GIS, ohne dazu selbst in der Datenbank suchen zu müssen.
Die Software ermittelt anhand des Vertriebsstatus den korrekten
Preis. Mit wenigen Klicks können die Kundinnen und Kunden ihre
Bestellung vervollständigen und abschicken.
Am Schreibtisch und vor Ort
Die Mitarbeitenden in der Fachabteilung bearbeiten die Anfrage
weiter. Dabei laufen viele Tätigkeiten, die früher manuell durchgeführt werden mussten, automatisch ab: Die Software beauftragt
die Dienstleistungsunternehmen, die benötigte Hardware bereitzustellen und dem Kunden zuzuschicken. Auch die Techniker werden
informiert, und die nötigen technischen Arbeiten werden terminiert.
Im Büro bleibt so deutlich mehr Zeit für die individuelle Kundenbetreuung.
Ein digitales Team
MapEdit als GIS, FME Flow für die Datenübertragung, das selbst
entwickelte Backend „Emden Digital“, der RoPA Manager sowie
Software für die Tiefbauplanung – die einzelnen Applikationen kommunizieren miteinander und sorgen dafür, dass die Bestellung von
A bis Z nahtlos automatisch abgewickelt wird. Vertragsdaten werden angelegt und den Kundendaten zugeordnet. Eventuelle Fehler –
z. B. falsch geschriebene Adressen – lassen sich korrigieren; die
Qualität der Daten steigt. Mit der Inbetriebnahme werden auch die
Informationen ins GIS übertragen: Auf der Karte erkennt man nun,
dass der Glasfaseranschluss in Betrieb ist.
Zeit sparen
Durch die Prozessautomatisierung sparen die Stadtwerke viel Zeit
und Geld: So lässt sich das Marktstammdatenregister automatisiert
abfragen, um die Zahl und Leistung der steckerfertigen PV-Anlagen zu ermitteln. Netzberechnungen und Voraussagen über den
Energiebedarf werden damit genauer. Messgeräte an den Trafostationen übertragen Informationen zu Strom und Spannung ins
GIS, und MapEdit generiert daraus übersichtliche Auswertungen.
KI an Bord
Definierte Prozesse kann man durch Softwareroboter automatisieren. Doch gerade in der Kommunikation mit Kundinnen, Kunden und Lieferfirmen lässt sich nicht immer auf Anhieb erkennen, was zu tun ist. In diesen Situationen setzen die Stadtwerke Emden mehr und mehr künstliche Intelligenz ein, um z. B. eingehende E-Mails oder Rechnungen zu klassifizieren und zu sortieren. Das umfassende Datenmaterial, das das GIS seit Jahrzehnten sammelt und archiviert, hilft, die Systeme zu trainieren. E-Mails von außerhalb können mit Hilfe von KI-Tools vorsortiert und den zuständigen Mit- arbeitenden zugewiesen werden. Rechnungen werden erkannt, geprüft und automatisch kontiert. „Auch wegen des Personalmangels sind wir darauf angewiesen, Prozesse zu automatisieren, um unseren Kundinnen und Kunden hochwertige Dienstleistungen anbieten zu können“, sagt der Automatisierungs-Verantwortliche Tobias Köster. „Mit MapEdit haben wir die richtigen Grundlagen gelegt, und mit MuM als Technologiepartner können wir neue Ideen und Anforderungen zügig umsetzen.“
Tobias Köster ist verantwortlich für Digitalisierung und Automation der Geschäftsprozesse. Er setzt mit Unterstützung von MuM die Automatisierungsanforderungen der Fachabteilungen um.